
Domain-Weiterleitung ohne URL-Änderung
Die Adresse soll stehen bleiben, der Inhalt von woanders kommen. Drei Wege, und warum meist ein vierter der bessere ist.
Daniel Weihmann Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Eine Weiterleitung, bei der die Adresse in der Browserzeile gleich bleibt, gibt es in drei Formen: als Domain-Alias auf denselben Webspace, als Proxy über den Server oder als Frame. Für Suchmaschinen ist der Alias mit Canonical-Angabe die sauberste. Sonst ist eine normale 301-Weiterleitung fast immer die bessere Wahl.
Wann will man die URL behalten?
Typische Fälle: Eine Kampagnen-Domain soll in der Adresszeile stehen bleiben, obwohl die Seite woanders liegt. Ein Baukasten-Anbieter erlaubt keine eigene Domain. Oder eine Zweitdomain soll denselben Inhalt zeigen wie die Hauptdomain. In jedem dieser Fälle gibt es am Ende zwei Adressen für denselben Inhalt, und genau das ist der Haken.
Welche Wege gibt es?
| Weg | So funktioniert es | Für Suchmaschinen |
|---|---|---|
| Domain-Alias | Zweite Domain zeigt per DNS auf denselben Webspace | Gut, mit Canonical auf die Hauptdomain |
| Proxy | Server holt die Zielseite im Hintergrund und gibt sie aus | Doppelte Inhalte, Canonical nötig |
| Frame | Leere Seite bettet das Ziel per iframe ein | Wenig eigener Inhalt auf der Rahmen-Domain |
| 301-Weiterleitung | Browser wechselt zur Zieladresse, URL ändert sich | Laut Google starkes Signal für die neue Adresse |
Domain-Alias: die saubere Lösung
Liegen beide Domains beim selben Hoster, lässt sich die zweite meist als Alias auf denselben Ordner legen. Beide Adressen zeigen dann dieselben Dateien, die Adresszeile bleibt unverändert. Damit Google nicht zwei Versionen sieht, gehört in jede Seite ein <link rel="canonical"> mit der Adresse der Hauptdomain. Google nennt rel="canonical" in seiner Dokumentation als Signal, welche von mehreren gleichen Seiten in den Suchergebnissen erscheinen soll.
Proxy per .htaccess
Liegt das Ziel auf einem anderen Server, kann Apache als Vermittler arbeiten. In der .htaccess leitet eine RewriteRule mit dem Flag [P] die Anfrage an das Ziel weiter und gibt die Antwort aus:
RewriteEngine On
RewriteRule ^(.*)$ https://ziel.example/$1 [P,L]
Voraussetzung ist, dass auf dem Server mod_proxy aktiv ist. Viele Shared-Hosting-Pakete erlauben das nicht. Und weil der Inhalt nun unter zwei Domains erreichbar ist, braucht die Zielseite eine Canonical-Angabe.
Frame-Weiterleitung
Manche Domain-Anbieter bieten eine „unsichtbare“ oder „maskierte“ Weiterleitung an. Dahinter steckt eine fast leere Seite, die das Ziel in einem iframe einbettet. Das ist schnell eingerichtet, hat aber Nachteile: Die Adresse bleibt beim Klicken immer gleich, Unterseiten lassen sich nicht direkt verlinken, und viele Websites verbieten das Einbetten per Sicherheitsheader. Dann bleibt der Rahmen leer.
Was ist die beste Wahl?
Wenn es nicht zwingend nötig ist, dass die Adresse stehen bleibt: eine 301-Weiterleitung. Sie ist einfach, eindeutig und wird von Google laut eigener Dokumentation als starkes Signal für die neue Adresse gewertet. In der .htaccess reicht dafür eine Zeile wie Redirect 301 / https://ziel.example/. Wie Weiterleitungen beim Umzug einer ganzen Website geplant werden, zeigt der Beitrag Relaunch ohne Rankingverlust.
Häufige Fragen
Ist eine Frame-Weiterleitung schlecht für SEO?
Die Rahmen-Domain selbst hat kaum eigenen Inhalt, der sichtbare Text gehört zur eingebetteten Seite. Für Rankings der Rahmen-Domain bringt das wenig. Wer Wert auf Suchmaschinen legt, nimmt eine 301-Weiterleitung oder einen Domain-Alias mit Canonical.
Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?
Laut Google ist 301 eine dauerhafte Weiterleitung, die Google als starkes Signal wertet, dass die neue Adresse die kanonische ist. 302 ist vorübergehend, die alte Adresse bleibt eher maßgeblich.
Geht eine Weiterleitung ohne URL-Änderung auch mit PHP?
Ja, indem PHP die Inhalte der Zielseite abruft und ausgibt. Das ist im Prinzip ein selbst gebauter Proxy, mit denselben Nachteilen: doppelte Inhalte und Probleme mit Links, Formularen und Cookies.