
IBM: eine kurze Geschichte
Aus einer Zählmaschine für die Volkszählung wurde einer der größten Technikkonzerne. Die Stationen von 1890 bis heute.
Daniel Weihmann Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
IBM entstand 1911 als Computing-Tabulating-Recording Company und heißt seit 1924 International Business Machines. Die Wurzeln liegen in Herman Holleriths Lochkartenmaschine. Meilensteine sind das System/360 (1964), der IBM PC (1981), Deep Blue (1997) und Watson (2011).
Wie fing alles an?
Am Anfang steht ein Zählproblem. Herman Hollerith arbeitete für das amerikanische Zensusbüro und ärgerte sich über das mühsame Auszählen der Fragebögen von Hand. In den 1880er-Jahren entwickelte er eine Tabelliermaschine, die Lochkarten elektrisch auswertete. Nach ihrem Erfolg bei der Volkszählung von 1890 kauften Länder wie Österreich, Kanada, Frankreich, Norwegen und Russland die Maschine für ihre eigenen Zählungen.
Wann wurde IBM gegründet?
1911 verkaufte Hollerith seine Tabulating Machine Company an den Finanzier Charles Flint. Der fasste sie mit zwei Firmen für Zeiterfassung und Waagen zusammen. Am 16. Juni 1911 entstand so die Computing-Tabulating-Recording Company, kurz C-T-R.
1915 wurde Thomas J. Watson Sr. Präsident. Er lenkte das Unternehmen auf Technik, Forschung und Wachstum. 1924 benannte er C-T-R in International Business Machines um, ein Name für seine weltweiten Pläne.
Die wichtigsten Stationen
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1890 | Holleriths Tabelliermaschine bewährt sich bei der US-Volkszählung |
| 1911 | Gründung der Computing-Tabulating-Recording Company |
| 1924 | Umbenennung in International Business Machines |
| 1964 | System/360: Rechner werden zu einer kompatiblen Plattform |
| 1981 | IBM PC 5150 kommt im August auf den Markt |
| 1997 | Deep Blue schlägt Schachweltmeister Garri Kasparow |
| 2005 | PC-Sparte geht an Lenovo |
| 2011 | Watson gewinnt in der Quizshow „Jeopardy!“ |
| 2019 | Übernahme von Red Hat für rund 34 Milliarden Dollar |
Warum war das System/360 so wichtig?
Vor 1964 war jeder Rechner ein Einzelstück mit eigener Software. Das System/360 brachte eine Familie verschieden großer Maschinen, auf denen dieselben Programme liefen. IBM beschreibt das als Beginn einer Zeit, in der Computer als Plattform gedacht wurden statt als Sammlung einzelner Teile. Wer wuchs, konnte größere Technik kaufen, ohne alles neu zu schreiben. Die Großrechnerlinie, die daraus hervorging, betreibt IBM bis heute.
Der IBM PC
Personal Computer gab es schon vor 1981, aber vor allem für Bastler. Mit dem IBM 5150, vorgestellt im August 1981, wurde der PC zum Bürogerät. Weil andere Hersteller kompatible Geräte bauten, setzte sich „IBM-kompatibel“ als Standard durch. IBM selbst verkaufte das PC-Geschäft 2005 an Lenovo.
Von Deep Blue zu Watson
Im Mai 1997 gewann Deep Blue einen Wettkampf über sechs Partien gegen den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow, als erster Computer unter Turnierbedingungen. 2011 trat Watson in der US-Quizshow „Jeopardy!“ gegen menschliche Champions an und gewann. Beide Projekte machten IBM in der Öffentlichkeit zum Gesicht der künstlichen Intelligenz.
IBM in Deutschland
Die deutsche Geschichte beginnt 1910 mit der Deutschen Hollerith-Maschinen Gesellschaft (Dehomag), die Willy Heidinger mit Lizenzen für Holleriths Patente gründete. Ab 1923 gehörte sie mehrheitlich zu C-T-R. Ihre Rolle in der NS-Zeit ist Gegenstand historischer Forschung. 1949 erhielt das Unternehmen den Namen IBM Deutschland.
Ein ganz anderes Kapitel der Technikgeschichte erzählt der Beitrag über AltaVista, die Suchmaschine vor Google.
Häufige Fragen
Wann wurde IBM gegründet?
Am 16. Juni 1911, damals als Computing-Tabulating-Recording Company (C-T-R). Den Namen International Business Machines trägt das Unternehmen seit 1924.
Wofür steht IBM?
International Business Machines. Der Name kam 1924, als Thomas J. Watson Sr. das Unternehmen international ausrichten wollte.
Baut IBM noch PCs?
Nein. Die PC-Sparte ging 2005 an Lenovo. IBM konzentriert sich seitdem auf Großrechner, Software, Cloud und Beratung.